Der 27. Milchrindtag von Koesling Anderson fand in diesem Jahr in Wiedemar und Güstrow statt. Über 90 Teilnehmende informierten sich über die Jahresauswertung des Milch Managers sowie über aktuelle Rahmenbedingungen für Investitionen und Optimierungspotenziale im Fütterungs- und Melkmanagement.
Rekorderlöse im Jahr 2025
Fynn Haaren präsentierte den horizontalen Betriebsvergleich. Das Jahr 2025 war geprägt von außergewöhnlich hohen Erlösen. Sowohl Altkuh- als auch Kälbererlöse erreichten Spitzenwerte, und auch die Milcherlöse blieben bis in den Herbst auf hohem Niveau. Durch einen deutlichen Anstieg der durchschnittlich verkauften Milchmenge auf 10.965 kg ECM pro Kuh und Jahr wurde ein Rekordgewinn von 12,9 ct/kg Milch erzielt.
Futtereffizienz als ökonomischer Schlüssel
Stefan Neumann legte den Fokus auf die Bedeutung der Futtereffizienz für die Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion. Bei Herden mit rund 35 kg FECM-Milch liegt der Zielwert bei 1,5–1,7. Sinkt die Futtereffizienz um 0,1 Punkte, erhöhen sich die Futterkosten um etwa 1 ct/kg Milch. Langzeitdaten des Milch Managers zeigen, dass der Anteil der Futterkosten an den Gesamtkosten in den letzten 20 Jahren von 36 % auf 46 % gestiegen ist – bei nahezu unveränderter Futtereffizienz. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung einer optimierten Fütterung und Futtervorlage.
Chancen und Risiken bei Erweiterungsinvestitionen
Jan Henning Milde stellte zentrale Aspekte einer belastbaren Finanzplanung vor. Grundlage dafür ist eine detaillierte Produktionsplanung. Auf dieser Basis lassen sich Kennzahlen wie Kapitaldienstfähigkeit, Plan-GuV, Kapitaldienstgrenzen und Cashflow verlässlich beurteilen.
Melkkomfort im Fokus
Hans Fatzer thematisierte die zunehmende Bedeutung des Melkkomforts bei Hochleistungskühen. Er ging der Frage nach, ob heutige Hochleistungstiere weiterhin mit den Melksystemeinstellungen früherer Jahre effizient gemolken werden können. Anhand von VaDia-Messungen zeigte er auf, wie sich zu aggressive oder ineffiziente Melkeinstellungen auswirken und inwiefern Stress im Melkprozess dazu führt, dass die im Euter vorhandene Milch nicht vollständig gemolken wird.
Betriebsbesuch: Horster Hof
Zum Abschluss besuchten die Teilnehmenden den Horster Hof in Bützow. Der Betrieb hat seine verkaufte Milchmenge in den letzten vier Jahren auf fast 13.000 kg ECM gesteigert und gleichzeitig Tiergesundheit und Grundfutterleistung deutlich verbessert. Auch die Futtereffizienz wurde kontinuierlich optimiert – von 1,35 auf 1,60.
Wir danken dem Horster Hof herzlich für den Einblick in die Betriebsentwicklung und wünschen weiterhin viel Erfolg.

